Tank’s not dead!


Für das Projekt haben wir uns für einen Tank der ersten Serie der Viertventil-1100er entschieden. So leicht die Entscheidung getroffen war, so langwierig war die Suche nach einem tauglichen Exemplar – bei fast 40 Jahre alten gammelfreudigen Blech-Bottichen nicht ganz verwunderlich.

Entweder sind sie inzwischen in Richtung Nirvana oxydiert oder zerknittert wie Vatis Hemd im Wäschekorb. Ordentliches Material wird zu illusorischen Kursen feil geboten – so es denn überhaupt noch existiert.

Wir sind schlussendlich dennoch fündig geworden. Mit einer sichtbaren Beule im Rückenbereich (klassischer Fall von Vollbremsung nach übertriebenem Viagra-Konsum) und ganz offensichtlich ein paar hundertmal übergejaucht alles andere als eine Vollkasko-Nummer. Aber: no risk, no auf die Fresse!



Ebenfalls unübersehbar: ein spitzer Krater an der Unterseite. Sieht ein bisschen aus, als hätte hier jemand mit einem spitzen Hammer zugeschlagen. Nach dem Entlacken wissen wir mehr und sehen klarer



Fast wie Weihnachten: Kinder, ihr dürft jetzt eure Tanks auspacken. Mehrere Millimeter alter Farbaufträge haben wir mit sämtlichen Künsten der Chemie und Spachtel-Artistik runter gepellt. Eine rote Schleife war nicht dazwischen



Spannend ist immer die letzte Schicht. Denn dann zeigt sich, ob die Substanz in Ordnung ist oder das Fass seine Form ausschließlich ein paar Kilo Spachtelmasse verdankt. Das sieht soweit aber noch ganz gut aus. Lediglich die erwähnte kleine Beule im Bereich der unteren Kante trat hervor. Und die ebenfalls bekannte Beule im Rücken zeigte sich nach dem Entlacken sogar als deutlich harmloser als angenommen. Der Krater befand sich hauptsächlich in der Lack-Epidermis, das Blech selber war nur vergleichsweise zart eingedellt. Yiiihaaa!



Die beiden Beulen haben wir verzinnt (Spachtel ist doof), nachdem wir den Tank abgeschliffen haben. Spätestens bei diesem Akt zeigen sich letzte Macken. Lediglich minimale Unebenheiten, als dunkle Flecken zu erkennen, sind auszumachen. Die sind jedoch so untief, dass sie beim Fillern verschwinden werden. Sehr schön! Innen war der Tank geradezu jungfräulich. Wir haben ihn dennoch chemisch gereinigt und gegen Korrosion versiegelt



In Sachen Ober-Optik wollen wir etwas Neues umsetzen. Der Knie-Auflage-Bereich soll im Alu-Look erstrahlen. Der Effekt soll jedoch nicht per Lack oder Folie umgesetzt werden, sondern tatsächlich aus Metall erwachsen. Dazu haben wir uns eine Mischung angerührt und diese im Flammverfahren auf den Tank aufgebracht und verschliffen. Optisch ist das vor-polierte Ergebnis Aluminium bereits sehr ähnlich



In der Nahaufnahme deutlich besser zu erkennen: Der Auftrag verfügt über die gleiche weiche Tiefenreflexion wie poliertes Alu und hat auch die gleichen Eigenschaften. Es lässt sich bei Bedarf also Nachpolieren, erfordert keinen Klarlack-Überzug, kann nicht rosten und ist weniger aufdringlich als z.B. Chrom. Der Rest des Tanks wird später lackiert, nur besagter Knie-Bereich bekommt das recht aufwändig umzusetzende Finish