Tank I/O


Damit die Säfte später standesgemäß fließen können und die Einspritzanlage zweckdienlich werkeln kann, müssen wir dem Tank neue Anschlüsse verpassen. Zuvor braucht die Spritblase aber noch eine Befestigung – denn sie gehört nicht zum Rahmen und so gebricht es diesem an geeigneten Docking-Stationen.

Verwendet man den zum Rahmen passenden Tank, liegt dieser auf der hier zu sehenden Traverse auf. Das funktioniert mit dem unseren nicht. Das heißt aber nicht, dass wir die Strebe der Arbeitslosigkeit übergeben



Wir starten den Trägerbau mit einer kräftigen Alu-Platte, die wir passend zur Traverse bohren



Ein Dreh-Teil mit zwei eingelassenen Gewindebolzen bildete die Tankbefestigung



Alles verschliffen, in Form gebracht und poliert



Für die Tankaufnahme drehen wir eine Buchse mit Bund. Übrigens haben wir auch das Gummi-Inlet selber gedreht, Fertigteile gibt es für solche Aktionen halt nicht



Die Alubuchse schützt das Gummi davor zusammengedrückt zu werden…



… und wird vom inzwischen hergestellten Gegenstück mit versenkter Schraube in die Zange genommen



Komplett montiert



Original sitzt der Tank nach hinten abfallend auf dem Rahmen, was entsprechend benagelt aussieht. Das haben wir durch eine erhöhte Anordnung behoben. Unsere Aufnahme liegt etwa 30m höher als es von Suzuki vorgesehen war. Aber die 80er haben wir hinter uns – und mit ihnen Schulterpolster, Frottee-Stirnbänder, Rick Astley und nach hinten abfallende Tanks



Vergaser-Tanks müssen bei Umrüstung des Krads auf Einspritzung ebenfalls umgemuddelt werden. Benzinhähne haben nicht ausreichend Durchfluss-Potential, weswegen wir auf einen direkten Abfluss mit großem Durchmesser wechseln. Eine In-Tank-Pumpe scheidet aus anatomischen Gründen aus, es gibt nirgends genügend Raum und Fläche um ein Chassis anzuflanschen. Wir stehen aber sowieso aus verschiedenen Gründen auf externe Pumpen



Wir starten mit 10mm starkem Aluminium



… aus dem wir grob eine Gundplatte ausbohren



… die wir danach - ebenfalls grob - in Form feilen



Die Befestigungsbohrungen sind hier bereits übertragen, weiter geht`s mit der Versorgungsbohrung. Die 6mm in diesem Stadium sind natürlich viel zu karg und dienen lediglich als Ausgangspunkt und zum Festlegen des Zentrums



Tatsächlich gehen wir wesentlich üppiger an die Sache ran und bohren das Loch im Tank auf 20mm auf



In unsere Adapterplatte scheiden wir M18 Feingewinde…



… und drehen einen dazu passenden Stutzen



Der kommt nun in die Platte und wird dort mittels Epoxy zusätzlich gesichert und abgedichtet. Anschließend bekommt das Teil seine finale Kontur und wird hübsch gemacht



An der Außenseite des in Form gebrachten Adapters entsteht der Ansatz für den Abnehmer



Und auf der Tankinnenseite installieren wir aus VA-Gitter einen groben Vorfilter, der im Falle eines Falles alles zurückhält, was den Abgang verstopfen könnte. Fremdkörper, die klein genug sind um das Gitter zu passieren werden in einem Vorfilter im Pumpenzulauf aufgefangen



Der Abgang erfolgt über eine M14-Hohlschraube mit 10mm Ringnippel. Das ist mehr als ausreichend für unser Setup und würde sogar locker für einen Turbo-Bedarf langen



Vom Druckregler kommender überschüssiger Sprit muss wieder zurück in den Tank. Dafür bauen wir einen Rücklauf. Der kommt auf die andere Seite des Bottichs, möglichst weit weg vom Abfluss



Wir gehen nach bewährtem Schema vor. Also erst einmal erneut ein Loch in den Tank bohren…



… dann einen Flansch bauen…



… diesen in den Tank einschrauben, mit Epoxy sichern und abdichten



Den Anschluss bildet eine M10-Hohlschraube mitsamt passendem Ringnippel



Die Ringnippel-Lösung hat den Vorteil, einerseits sehr flach zu bauen und zum anderen lässt sie sich frei ausrichten. Und selbst einer Umrüstung auf Dash steht sie nicht im Weg. Gleichzeitig kann der Träger selber dauerhaft am Tank bleiben. Natürlich könnte man auch einfach ein Röhrchen einschweißen – das wäre aber nur halb so geil





Da unser Tank ohne Deckel kam und originaler Ersatz kaum zu ergattern ist, rüsten wir den Bottich auf einen Universal-Flansch für genormte Deckel um



Dazu muss der bisherige Flansch raus, bzw. sein Innenkranz. Dr. Dremel assistiert bei dem Eingriff



Der amputierte Kranz. Der Kanal selber bleibt erhalten



Der Überstand wird vorsichtig abgefeilt und hergerichtet, denn hier kommt der neue Stutzen rein



Und da isser auch schon, nebst neuem belüfteten Deckel aus VA in altschulischer Optik. Natürlich abschließbar



Transplantation gelungen. Der Bereich wird im Rahmen der Lackierarbeiten noch nachgerabietet, die einstige Mulde ist schon verzinnt und geglättet. Noch ein bisschen Finish und fertig ist die Laube. Damit ist der Tank nicht nur montagefertig und verschließbar, sondern auch für die Einspritzung umgebaut