Rollin‘ Chassis


Es füge sich zusammen, was nicht zusammen gehört. Nachdem wir bis hierhin ca. 100 Stunden ausschliesslich damit verbracht haben, Einzelteile vorzubereiten, verschafft eine erste Vormontage neben einem guten Überblick auch immer einen frischen Schub in Sachen Motivation.

Gut ein Drittel der bisher investierten Arbeitszeit hat der Rahmen verschlungen. Leuterung, Frischzellenkur und Lifting hatten es in sich. Optisch helfen wir dem Oldie auf die Sprünge, indem wir alle Übergänge und unhübschen Problemzonen der fast Vierzigjährigen verzinnt und verspachtelt haben – das Uschi-Glas-Prinzip. Die Maßnahme ist noch nicht ganz abgeschlossen. Die aktuelle Vorstufe reicht aber erst einmal als Korrosionsschutz. Und da mit Sicherheit während der folgenden Anpassungsarbeiten noch Eingriffe in den Rahmen erfolgen werden, macht der Endschliff derzeit noch keinen Sinn. Dieser erfolgt nach Abschluss der Arbeiten und Zerlegen des Chassis, zusammen mit der eigentlichen Lackierung



Die Schwinge hingegen ist bereits fertig und gepulvert. Eigentlich für Mono-Federbeine konstruiert, ist sie mit Duo-Shock-Aufnahmen ausgestattet worden



Die Gabel ist mittels Kunststoff-Lager-Dummies in den Lenkkopf gewandert. Das erleichtert uns nicht nur notwendigen Arbeiten, wie z.B. den Bau der Lenkanschläge, sondern schont auch die echten Lager. Diese setzen wir erst nach der Endlackierung des Rahmens ein. Die Gabel selber wird nach dem Zerlegen ihrerseits komplett desintegriert und bekommt komplett neue Innereien. Äußerlich wird sie gestrahlt – alles Weitere findet sich dann



Das Hinterrad ist, wie die Schwinge, ebenfalls bereits komplettiert und sogar besohlt. Hier sind keine Änderungen mehr von Nöten, weswegen bereits der Endzustand erreicht ist



Genau wie beim vorderen Kompagnon. Wir stecken das Chassis mit Absicht auf dem Boden statt auf der Bühne zusammen, weil wir nur in erdnaher Position die richtige Perspektive erhalten. Die wird natürlich durch den Einsatz des Ständers versaut, weil das Vorderrad leicht erhöht residiert



Deswegen ist es gut, wenn man die einseitige Anhebung am anderen Ende kompensiert. Sieht gleich ganz anders aus



Auch die Tanklinie passt und fällt nicht mehr nach hinten ab, wie einst beim Original. Auch der Heckrahmen verläuft leicht aufsteigend. Nichts ist adynamischer, als ein Hänge-Arsch. Da die Sitz-Auflagefläche des Höckers etwa in Höhe der Tankunterkante verlaufen wird, bekommen wir einen ordentlich Freiraum zwischen oberen Heckrahmen und dem GFK-Möbel. Hier wird dann die Elektrik Einzug halten, so dass wir das Rahmendreieck freihalten können



Schon mal gar nicht soo scheiße. Und endlich sieht man mal was. Die Motivations-Dusche tut gut – denn als nächstes steht erneut zeitfressendes Gefrickel an, von dem man am Ende nichts sehen wird. Nützt aber ja nichts