Spritzgebäck


Damit die Spritze was zu Spritzen hat, muss sie ans fahrzeugeigene Oktan-Saft-Depot angeschlossen werden. Dabei gibt sich die Anlage nicht mit einfacher Anlieferung per Schwerkraft zufrieden, sondern verlangt nach drei Bar Druck auf der Suppe – und das unterbrechungsfrei und konstant.

Wer meint, er könne den vorhandenen Benzinhahn als Zapfstelle nutzen, ist auf dem Holzweg. Viel zu wenig Durchfluss-Menge



Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten den Nektar zu den Düsen zu befördern: über ein externes oder ein internes Pumpensystem. Beides bezieht sich auf die Position der Einheit zum Tank. Egal wo man die Sachen verbaut, es sind immer eine Pumpe und ein Druckregler von Nöten. EFI-Serienmotorräder besitzen meist tankinterne Pumpen mit eingebauten Druckreglern, von deren Adaptierung wir aber nicht besonders viel halten. Weit verbreitet und empfehlenswert sind Bosch 044 oder Walbro 255er Pumpen – letztere ist unsere bevorzugte Waffenwahl. Vor deren Kauf muss man sich zudem entscheiden, ob das Förderwerk in den Tank wandern soll oder außerhalb verbaut wird – die für den jeweiligen Zweck benötigten Pumpen sind nämlich nicht zueinander kompatibel. Beide Lösungen haben sowohl Vor-, als auch Nachteile. Die sind jedoch eher kosmetischer Natur und haben keinen Einfluss auf Funktion und Leistung. Wohl aber auf Arbeitsaufwand und Platzbedarf der Installation.

Soll die Pumpe außerhalb des Tanks verbaut werden, muss dieser lediglich mit Zu- und Rücklauf bestückt werden. Im Bild ein paar selbstgebaute Flansche, die als Anschlüsse fungieren



Damit die Kanäle nicht verstopfen können, ist es nicht ganz doof einen Vorfilter einzusetzen – wir haben einfach einen Strumpf aus feinem Edelstahlfliegengitter gezwirbelt und mit benzinfestem Epoxy eingeklebt. Das reicht völlig aus, das Sieb soll nur Brocken zurück halten, welche dem Durchlass gefährlich werden und ihn Verstopfen können. Die Feinfilterung erfolgt außerhalb des Tanks



Montierte Flansche



Walbro mit 255 Liter pro Stunde Förderleistung und bis zu neun Bar Druck. Aufbau und Anschluss könnten simpler nicht sein: Sprit rein, Sprit raus, dazu Plus und Minus, das war's



Da die Pumpe nur "Aus" und "Volle Pulle" kennt, muss man den Druck anderweitig im Zaun halten. Das macht der Druckregler

Die Installation von Pumpe und Druckregler ist denkbar einfach, denn Druckregler unseres Arbeitsprinzips haben lediglich zwei Anschlüsse



Hier das Modell eines externen Kreislaufs im Funktions-Überblick: Die Suppe wandert aus dem Tank (1) zur Benzinpumpe (2). Von hier aus gelangt die Brühe zur Rail und den Einspritzdüsen (3). Der Ausgang der Rail ist mit dem Eingang des Benzindruckreglers (4) verbunden, dessen Ausgang zum Rücklauf am Tank wandert. Keine Hexerei und keine Raketenwissenschaft. Der Verlauf ist bei interner Pumpe identisch, nur, dass diese dann halt im Tank hockt



Der Vorteil interner Pumpen ist, dass diese unsichtbar verbaut werden und keinen kostbaren Platz beanspruchen. Dafür ist ihr Nachrüsten relativ aufwändig. Der einfachste Weg ist, sich den Unfalltank einer Einspritzermopete zu besorgen, den Pumpenschacht heraus zu flexen und ihn in den eigenen Tank einzuschweißen. Das funktioniert auch, wenn man eine andere interne Pumpe benutzen will, denn diese passen in fast alle Serien-Pumpenchassis. Natürlich kann man sich auch selber was bauen.

Erst einmal braucht man eine Basisplatte



Dann wird der Flansch bis auf einen Ring frei geschnitten



Auf eine passende Gegenplatte wird nun das Pumpengeraffel montiert. Zu- und Rückfluss sowie die elektrischen Anschlüsse müssen durch die Platte nach außen geführt werden



Problem an diesem Aufbau: bei niedrigem Füllstand, wenn sich beim Bremsen oder Beschleunigen (soll ja vorkommen) die verbleibende Spritmenge im vorderen oder hinteren Bereich des Tanks versammelt, liegt die Pumpe schnell mal auf dem Trockenen und die Spritzufuhr kommt ins Stocken

Deshalb sollte die Pumpe in einer Glocke sitzen, welche den Effekt puffert. Kaffeebechergröße reicht mehr als aus



Natürlich muss die Pumpe hinein passen, damit sie vom Boden der Auffang-Glocke ansaugen kann



Komplett montiert. Großer Vorteil: Die Pumpe verschwindet iim Tank und verschlingt keinen zusätzlichen Platz am Hobel