Breitensport - Dragracing

Keinen Bock drauf, jedes Wochenende vor der Glotze herumzuvegetieren oder kostbare Lebenszeit mit Gesichtsbuch, Handystreicheln oder anderem Zombie-Scheiß zu verschleudern? Sehr gut! Muss man nämlich auch nicht, es gibt wesentlich lebensbejahendere Alternativen.

Kein Kleingärtner-Gehabe

Das schöne an der Nummer: Man muss weder irgendeinem Verein beitreten noch langfristigen Verpflichtungen eingehen oder ein bestimmtes Jahrespensum einplanen. Man kann die Sache also ganz individuell um seine eigenen Bedürfnisse herumwickeln. Und wer ein Moped in der Garage hat, braucht auch keine großartigen Investitionen fürchten.

Geht los!

Es ist also durchaus möglich und gewollt, einfach mal auf einem Event eine Schnupperfahrt zu unternehmen. Die Startgelder für so ein Wochenende sind überschaubar - Discobesuche kosten wesentlich mehr. Das Krad selber muss für eine Startberechtigung der technischen Abnahme standhalten. Dazu müssen in erster Linie Schrauben gesichert werden und die Karre grundsätzlich in Ordnung sein. Was für einen Hobel ihr an den Start schiebt, ist komplett Latte. Im Prinzip geht alles, vom Aufsitzrasenmäher über die Velo-Solex bis hin zur Turbo/NOS Rakete. Es gibt für praktisch alles was sich bewegt eine Klasse - und wenn nicht, wird eben eine aufgemacht. Gleich zu Beginn extra ein Gefährt für die Rennen anzuschaffen ist also nicht notwendig. Alles was ihr braucht, habt ihr bereits in der Garage stehen.

Suchtgefahr

Da die Klassenzugehörigkeit grundsätzlich erst einmal immer nur für den jeweiligen Event gilt, könnt ihr jederzeit wechseln oder upgraden. Bei Gefallen kann die Geschichte also langsam, in eurem ganz eigenen Rhythmus wachsen - was bei den meisten, die sich einmal infiziert haben auch unausweichlich passiert. Auch wenn der Pilot die Gerade ganz alleine runterdonnert, kann man die Geschichte durchaus als Teamsport anlegen. Wer selber keine ausgeprägten Race-Gene in der DNS, dafür aber Spaß am Boxengassen-Schrauben, Improvisieren, Ambiente und dem Lösen von technischen Problemen hat, ist hier ebenso richtig. Die Betreuung, Wartung und Einstellung des Hobels ist nicht minder interessant und spannend - und auch keinen Deut unwichtiger, nicht nur, weil sie den Fahrer spürbar entlastet.

Family Business

Das Klima im Fahrerlager ist extrem familiär. Man kennt und hilft sich. Hier wird mehr miteinander denn gegeneinander gefahren. Der Hauptgegner ist man selber, die Verbesserung der eigenen Zeiten wichtiger, als den Bahn-Nachbarn zu verblasen. Apropos familiär: Nicht wenige Starter bringen Kind und Kegel mit ins Fahrerlager, was bestens funktioniert. Die Kurzen sind auch nicht zwangsweise zum puren Zuschauen verdammt. Wenn sie die Neigung dazu haben, können sie schon früh auch in eigenen Klassen antreten. Der Sport darf als recht sicher gelten, schon alleine, weil man anders als auf der Kringel die Bahn alleine befährt.

Gas ist, was du draus machst

Der Unterhaltungswert ist auch abseits der Piste enorm - vor allem, wenn man sein Frühstücksmüsli vorzugsweise mit dem 17er Maulschlüssel futtert. Die installierte Technik und den betriebene Aufwand zu bestaunen ist tagesfüllend. Soundkulisse und der ständige Geruch von Rennbenzin in der Luft tun ein übriges. Abgesehen von der Piste selber, kann man sich überall frei bewegen. Abgesperrte, unzugängliche Areal sucht man zum Glück vergebens, Bodenhaltung statt Einzäunung ist das Motto.

Ran an den Speck!

Wer Bock auf das Gefühl der Beschleunigung und die dazugehörige Technik hat, ist hier genau richtig. Schaut einfach mal vorbei, lokale Veranstaltungen gibt es fast überall. Oder meldet euch gleich für einen Lauf an, Bangemachen gilt nicht. Zu falscher Scheu besteht kein Anlass, hier geht`s einfach ums hochoktanige Spaßhaben.


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