Bestandsaufnahme


Wie in der Vorstellung beschrieben, haben wir die Karre quasi blind gekauft. Probefahren ging nicht, weil nicht angemeldet – sie wäre aber sowieso nicht angesprungen wegen platter Batterie. Dafür erstrahlte jedoch die FI-Lampe munter auf der kümmerlichen Restspannung. Jetzt steht der Haufen in unserer Würgstatt – Zeit für einen Eingangscheck. Das kann ja Eiter werden.

Rechtsseitig ist sie mal umgekippt, die Narbe zeugt von der „Instandsetzung“ der Plaste



Zorro! Kunst aus Sprühdosen-Schwarz und Karbon-Folie. Holy Moly!



Zusätzliches Entlüftungsloch. Auch links hat sie mal Kontakt mit Gegenständen gehabt. Muss eine schwerkraftangereicherte Gegend gewesen sein



Und als wäre das nicht genug, ist der Eigner am Besichtigungstag beim Rausschieben auch noch rückwärts gegen die Klinke vom Schuppen gedonnert und hat dabei die Hecklaterne geschrottet. Es waren jedoch nur die Silentblöcke entwurzelt - mit speziellem Sekunden-Kleber ist das schnell wieder geflickt



Gut: Superbike-Brücke und breite Stange, beides recht neu. Schlecht: natürlich nicht eingetragen. Dazu abgelaufener TÜV



Gehört zwar so, trotzdem gruselig: Verlängerungskabel-Knubbel für den Kupplungsschalter. Bäh!



Ganz fies: fette Widerstände um die Blinkfrequenz zu kompensieren. Beschützende Werkstätte – ich dachte eigentlich, wir hätten das elektrische Mittelalter inzwischen erfolgreich hinter uns gelassen. Solche Widerstände sind anno 2019 nichts weiter als ganz fieser Pfusch und können in dieser Konstellation sogar schleichende Kabelbrände auslösen, denn diese Klopper saugen zusätzliche 5 Ampere aus einem Kabel, das serienmäßig nur derer 2 ertragen muss



Das macht mich ganz kirre und muss sofort(!) geändert werden: Relais-Phalanx freilegen…



Den mechanischen Schlegel ziehen…



Lastunabhängiges rein, fertig. Grundgütiger!



Sehr gut: Reifen beide neu, Kettensatz tippitoppi!



Ich bin beileibe kein Experte für Hauptständer. Aber ich bezweifle, dass das so gehört?!



Schraube rein, alles gut. Da fragt man sich: hat das keiner der Vorbesitzer je gemerkt? Der Bolzen ist ja nicht spontan beim Transport im Laster abgefallen – und die Kratzspuren an der Aufnahme zeigen deutlich, dass das schon lange so war. Kein Wunder, dass die Bude mehrfach umgefallen ist



Original und gruselig: Wheeliebar-Abgas-Kanone. So geh ich nicht vor die Tür! Nicht mal für eine Proberunde



In der Schrottbox lag noch eine schraddelige Flinte unserer gecrashten Street Triple. Fix ein Verbindungsrohr gebraten an ran damit an den Hocker. Für die paar anstehenden Probefahrten vor der Zerlegung reicht`s. HU haben wir auch fix neu gemacht - erleichtert das Anmelden ungemein. Auf Eintragungen haben wir verzichtet, da es sehr fraglich ist, ob die betroffenen Teile lange verweilen werden. Kostet nur unnötig Geld



Das alte Ding ist nicht nur groß wie eine Ariane 2 Trägerrakete, sondern auch genauso schwer. Jetzt zieht die Kiste auch nicht mehr nach rechts (dramatisiert)



Wir werden die Bude jetzt etwa ein bis zwei Monate durch die Republik scheuchen und auf Herz und Nieren prüfen sowie technischen Grund hineinbringen. Denn bevor wir einen Haufen Kohle, Teile und Zeit investieren muss klar sein, dass das Erbgut in Ordnung ist und das Fundament stimmt. Wenn alles passt, geht`s mit dem Umbau los – wenn nicht, machen wir ein großes Feuer im Garten und verscharren die Reste auf dem Nachbargrundstück.


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