Tank`s not nett


Kein anderes Bauteil war bisher für so viel Kummer und Leid verantwortlich, wie der Tank der 14er. Von einem von Inzucht geplagten Heckenpenner innen (!) lackiert, bei MAB mit undichten Anschlüssen und einer grotesken Bestückung versehen, hat sich die schnöde Blechblase zu einem echten Stachel in unserem Arsch gemausert. Zwar konnten wir mit der Zeit die meisten Problematiken, bzw. deren Auswirkungen beseitigen – am desolaten Grundzustand war jedoch nichts zu ändern. Und da für gebrauchte Ersatzware des Modells geradezu illusorische Preisvorstellungen kursieren, war Austauschen auch keine einfache Option. Auch, weil das automatisch eine Neulackierung des gesamten Ofens nach sich gezogen hätte. Deshalb hatten wir eigentlich schon einen Haken unter die Sache gemacht und den jetzigen Zustand als Status Quo akzeptiert.

Nun ergaben sich jedoch gleichermaßen spontan wie auch unvorhersehbar einige Dinge, welche das Thema doch noch einmal unerwartet auf den Tisch brachten. Einer davon war das abrupte Auftauchen eines tatsächlich bezahlbaren Bottichs - mit Sturzschaden auf der rechten Flanke. Ansonsten zeigte sich das Teil in exzellentem Zustand – vor allem innen

Den Tank haben wir zwecks Bestandsaufnahme erst einmal chemisch entlackt. Schleifen oder Strahlen kam nicht in Frage, um die vorhandene Substanz nicht zu malträtieren. Zum Vorschein kam ein sehr seltsames Schadbild, denn die Spuren weisen in verschiedene Richtungen und das Blech ist geknittert, als hätte der Hobel eine Pirouette gedreht. Egal, Hauptsache die Nummer ist übersichtlich und reparabel. Und bis auf zwei weitere, minimale Beulen ist der Oktan-Futtertrog gesund



Eigentlich wollten wir die Aktion auf den Winter verschieben, aber da der nun blanke Tank oxydationsanfällig ist, muss die Gunst der Stunde eben jetzt genutzt werden. Erste Phase der Therapie: Verzinnen. Hier im Gange



Phase zwei: Faserspachtel fürs Kaschieren der verbliebenen Scharten



Und zum Schluss: Feinspachtel. Wie man sehen kann, bleibt von den Füllstoffen nicht viel erhalten, das meiste rieselt als Schleifstaub auf den Boden… und in sämtliche Körperöffnungen



Kosmetik abgeschlossen



Da wir fortan nicht mehr mit Lackschollen und anderem Ungemach aus den Tiefen des Behälters kämpfen müssen, kann der Tank (fast) unverändert genutzt werden. Mussten wir bei unserem Problemkind noch aufwändig Abgänge mit Vorfiltern-Einsätzen installieren, können wir beim neuen Probanden tatsächlich den originalen Abgang benutzen. Dass ich das noch erleben darf! Lediglich ein U-Turn und ein T-Stück sind nötig



Kleine Ausnahme: Da sich der zweite Abgang vorne am Tank exzellent bewährt hat, bekommt auch der neue Tank einen solchen spendiert. Weitere anatomische Eingriffe bleiben dem Neuling aber erspart



Die Tankunterseite kleiden wir wie gehabt mit extrem empfehlenswerter selbstklebender Isoliermatte aus. Heißer Sprit verliert bis zu 15% seiner energetischen Dichte – mit entsprechenden Auswirkungen auf Leistung und Gemisch-Zusammensetzung. Gute Matten sind nicht teuer und lassen sich sehr leicht verlegen. Nachdem der Tank vorbereitet ist, geht`s als nächstes Höcker und Maske an den Kragen