Am wilden Fluss


Wenn wir eines die letzten Jahre im Zusammenhang mit den Turbos gelernt haben, dann, dass selbst eine Spritzuführung in der Größenordnung des Suez-Kanals nicht annähernd überdimensioniert ist. Das Anlieferungs-Problem haben wir seit unserem letzten Update (hoffentlich) final gelöst und können inzwischen fast bis zum letzten Tropfen konstante Fördermengen vermelden. Drei 8mm Zapfstellen sollten das auch gefälligst schaffen. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass wir unter die Baustelle einen Haken gemacht hätten.

Verbessern lässt sich immer etwas. Unser Augenmerk richtet sich nun auf die Zusammenführung der Kanäle, was bisher über zwei T-Stücke ablief



Das haut zwar grundsätzlich hin, verschenkt jedoch Kapazität, denn wenn der Ausgang und die Eingänge alle denselben Durchmesser haben, nützen zwei Zuführung nur bedingt etwas



Das wollen wir ändern. Dazu haben wir eine 20mm 7075er-Welle hohlgebohrt



Am dickeren Ende wird ein 14mm Ringnippel eingeschraubt, am dünneren ein kleinerer



Dann folgen zwei gerade NPT-Stutzen…



… und fertig ist das Sprit-Plenum. An die drei dünnen, nach oben gerichteten Anschlüsse kommen die Zuführungen vom Tank, das dicke Ende geht zum Spritfilter und dann zur Pumpe. Da die Leitungen sich nun nicht mehr verzweigen, sondern alle direkt in das Zentralrohr mit seinem wesentlich größeren Kanal strullen, addieren sich nun die Zuflüsse nun endlich. Das geht mit T-Stücken nicht. Zudem ist mit dem Flickwerk jetzt Schluss. Und da wir das Teil maßgeschneidert haben, konnten wir auch die unterschiedlichen Anschlusswinkel berücksichtigen



Eigentlich total übertrieben, da im Betrieb keine Drücke auftreten, aber wir haben den Hoschie testweise mit 5 Bar und Leck-Suchspray abgedrückt



Aus einem alten Griffgummi haben wir eine stylische Manschette geschnippelt



Die Anschlüsse sind natürlich ausgespart



Der Kollektor passt wie Arsch auf Eimer, die Schläuche verlaufen jetzt komplett gerade und sind deutlich kürzer als mit den T-Stücken



Und hier ist der Grund für die Manschette: sie wirkt als Klöter-Schutz für alle Beteiligten



Während des Bauens ist uns die Idee für eine weitere alternative Lösung gekommen, die wir unbedingt umsetzen wollen. Basis ist ein Reststück D-Profil wie wir es für den Rail-Bau nutzen



Ziel der Nummer soll maximale Flexibilität sein. Dazu sollen alle Anschlüsse per Ring-Nippel ausrichtbar sein. Der erste ist bereits gesetzt



Die Hohlschrauben sind um 5mm gekürzt, so ragen sie nicht in den Kanal hinein



Fertig. Alle Schrauben sitzen



Den Mittelbereich haben wir abgedreht, das unbenutzte Ende ist per Gewindestopfen verschlossen



Probesitzen am Tank



Nach etwa einer Stunde Probieren, Biertrinken und einigem Hin-und-her haben wir den Ansatz jedoch wieder verworfen. Nach dieser Aufnahme ist das Vorgänger-Exemplar wieder eingesetzt worden. Dennoch ist es wichtig zu testen, nur so kann man Entscheidungen treffen. Tatsächlich haben wir zuvor noch zwei weitere Prototypen gebaut, was unserem internen Kredo entspricht, dass man bei Eigenkreationen mindestens drei Anläufe braucht



Wenn wir sowieso gerade mit Sprit kleckern, können wir auch eine andere Baustelle abarbeiten: nämlich die Position der Benzindruck-Anzeige. Bisher seitlich neben den Drosselklappen montiert, bei richtigem Durchladen nicht ohne suizidale Anwandlungen im Auge zu behalten, kommt sie jetzt an den Lenker wo man sie auch ohne Todessehnsucht bei vollem Ladedruck ablesen kann



Der Adapter ist hausgeschneidert. Durch das mittige Verlegen der Leitung, so dicht wie nur möglich am Lenkkopf, reduziert sich die Bewegung der Leitung beim Lenken auf ein Minimum



Anschluss findet das Instrument, bzw. sein Versorgungsschlauch, an einem ebenfalls passend geschnitzten Gegenstück, welches am dafür vorgesehenen Port des Druckreglers nuckelt



Den Druckregler selber haben wir im Frühjahr auf stärkere Membranen umgerüstet und On-the-fly einstellbar gemacht. Was man nicht alles macht, nur um fossile Brennstoffe in möglichst großen Mengen abzufackeln.